#VeganVentures – One night in Bangkok

Tag 10 auf Kauai, Zeit für ein bisschen vegan venturing in der Nachbarschaft. Das neue Thai Restaurant Bangkok Happy Bowl im Poipu Shopping Village hatte schon am Vortag meine Aufmerksamkeit erregt, als ich im Vorbeigehen die

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#VeganeEcke

auf der Speisekarte entdeckte. Tolle Auswahl und somit der perfekte Auftakt für #VeganVentures Kauai! Um 18:45 werden #Romy, the non-vegan venturer, und ich freundlich begrüßt und zu diesem schönen

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#TischFür2 auf der lanai (Hawaiianisch für Terrasse)

geführt. Bereits die Getränkekarte macht uns ziemlich happy und die große Auswahl an veganen und nicht-veganen Gerichten erst recht! Aber, wer die Wahl hat, hat auch die Qual… zum Glück kommen uns aber

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Kirk und Paula,

die reizenden Restaurantbetreiber, schnell zur Hilfe.

Paula führt uns durch die Speisekarte und erzählt gleichzeitig von ihrer Heimat Thailand, wo es übrigens jeden Oktober einen offiziellen veganen Tag gibt. Seit über 20 Jahren kocht Paula bereits und legt dabei großen Wert auf die Kombination von Qualität, Gesundheitsbewusstsein und Kreativität. Das Ergebnis lässt sich sehen: Fusion Cuisine, die gekonnt lokale Vorlieben mit internationalen Einflüssen verbindet.

In jedem Wort schwingt Paulas Liebe zum Kochen mit. „Was sollte denn jeder Gast über euer Restaurant wissen?“, frage ich sie. “Alles auf der Karte wird frisch zubereitet und ist authentische Thai-Küche. Bei uns gibt es Gourmet-Essen, kein Fast Food. Das braucht Zeit und Liebe. Es ist mehr, als einfach nur Essen. Wir legen Wert auf ein familiäres Ambiente, wir teilen Essen und Kultur und somit auch die spirituelle Erfahrung.” Lächelnd fügt sie hinzu: “Ich muss gesund sein, denn ich liebe es zu arbeiten!”

Eine leidenschaftliche Köchin und wunderbare Person, ebenso wie ihr Ehemann Kirk. “Wir sind sehr aktiv im Restaurantbetrieb eingebunden und sprechen jeden Abend mit so vielen Gästen wie möglich“, erklärt er mir. „Uns interessiert die Meinung der Kunden und auch ihre Anregungen. Wir lieben Hawaii und möchten ein Teil der Gemeinschaft sein. Und wir möchten die Menschen glücklich sehen, deshalb bringen wir Glück auf die Teller!“

Mahalo Kirk und Paula, dass ihr euch die Zeit genommen habt, eure Leidenschaft und eure Vision mit uns zu teilen. Sie scheint ansteckend, denn Romy und ich sind bereits glücklich, bevor wir überhaupt angefangen haben zu essen 🙂

Nachdem wir uns endlich entschieden und bestellt haben, mache ich einen kleinen Rundgang, um die Restaurant-Atmosphäre einzufangen, höre

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#John

zu, der hier jeden Montag von 18 – 20:30h Musik macht und lache mit

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Sabrina Seriayh.

Eine wunderbare Frau und freundliche Empfangsdame, die mir erzählt, dass es sich gar nicht anfühlt, als würde sie hier arbeiten, sondern eher als verbringe sie Zeit mit Freunden und Familie. “Ich habe noch nie für so tolle Menschen gearbeitet, sie sind wunderbar und kümmern sich um uns alle. Ich liebe es hier zu sein!”, sagt sie. Mahalo Sabrina Seriayh!

Zurück zu Romy und unserem Tisch, gerade rechtzeitig, um die leckeren

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Thai Eiskaffees

zu probieren, die bereits auf uns warten. Normalerweise trinke ich meinen Kafffee schwarz, daher trifft mich die süße Überraschung etwas unvorbereitet. Ich hatte definitiv etwas anderes erwartet. Glücklicherweise kommt mir Paula wieder schnell zur Hilfe und erklärt mir lächelnd, dass ich kräftig umrühren muss, um die Süße zu „verwässern“. Haha, mahalo Paula, schmeckt auch gleich viel besser!

Dann dauerte es auch nicht mehr lange, bis Peter, der aufmerksame Barkeeper und Manager, auch schon die veganen

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Curry Puffs

serviert, die wir uns als Vorspeise teilten. Lecker! Mit jedem Biss schmeckt man die Frische der Zutaten und die Liebe bei der Zubereitung. Aber seht euch selbst die

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glücklichen Esser

an. 🙂

Zeit für einen kleinen Restaurant-Rundgang und eine Pinkelpause 🙂

Auf dem Rückweg kann ich Paula sogar davon überzeugen, dass sie toll aussieht und genau richtig für einen kleinen

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Schnappschuss mit Kirk

Ihr zwei seid bezaubernd!
Aber zurück zu unserem Tisch, an dem mal wieder einige Köstlichkeiten warten…

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Massaman Curry mit Hühnchen für Romy

und

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glutenfreies Jungle Jay (Thai für vegan) Curry für mich!

OMG – zum reinlegen! Eine Geschmacksexplosion auf so vielen Ebenen, die perfekte Kombination aus Geschmack und Zutaten, die unsere Erwartungen bei weitem übertrifft – ein Genuss für Körper, Geist und Seele!
Mittlerweile sind wir mehr als satt, aber da bisher alles so lecker war können wir dem Nachtisch nicht widerstehen und teilen uns daher wenigstens die
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Banane in Kokosmilch

 

Der perfekte Abschluss eines perfekten Abends!

 

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#HappyPlace

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#HappyPeople

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#HappyBowl

Zwei Daumen hoch für diesen tollen Ort und die bezaubernden Menschen, die zu diesem unvergesslichen Abend beigetragen haben. Mahalo Paula und Kirk, dass ihr die Insel mit euren Herzen und eurem Essen bereichert und uns mit offenen Armen empfangen habt.

Wir kommen bestimmt wieder und empfehlen euch gerne weiter!

Kauai-Besucher, falls ihr Lust auf einen schönen Abend mit köstlichem Essen habt, seid ihr bei Kirk und Paula genau richtig. Schaut doch mal vorbei und bestellt aloha von Anasha 🙂

Bangkok Happy Bowl
2360 Kiahuna Plantation Drive
Koloa, HI 96756
+1 (808) 742–9888
info@bangkokhappybowl.com

Inhaber:
Paula Rungsawang Coult and Kirk Coult

Happy Links 🙂
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Picknick Aloha Style

Vegan Ventures – Hawaii

The one pre-ordering a vegan meal, drinking tomato juice – im Handgepäck Reiswaffeln. Japp, das bin ich… Vom Poke* loving Omnivoren zur glutenfreien Veganerin innerhalb von ein paar Monaten. Wer hätte das gedacht? Am allerwenigsten wohl ich. Was ist passiert? Ganz einfach, I embarked on a journey that changed my life. Fast zwei Jahre hat es gedauert, nun ist es endlich soweit: I’m on my way back – back to where it all began.

Aloha Hawaii! The vegan (ad)venture begins – allerdings nicht mit Toast Hawaii, den sucht man  hier vergebens. Ganz im Gegensatz zu Bier – sorry to disappoint you Paul Kuhn. Pizza Hawaii kennt man tatsächlich auch auf der Insel, die hat jedoch mit unserer Variante oft nur die Ananas gemein.

Generell ist die traditionelle hawaiianische Küche nicht unbedingt vegan-friendly. Ab und an mogelt sich aber doch auch mal ein Tofu/Veggie Gericht dazwischen. Lucky me.

Gute vegane Anlaufstellen sind überall auf den Inseln die Health Food Stores (Bioläden) wie z.B. Papaya oder Island Naturals. An der Hot Bar oder im angeschlossenen Café gibt es vegan-friendly food und noch dazu oft nette Begegnungen. Wie eines Nachmittags im Beet Box Café in Haleiwa. »Our food is made to order and takes a while for preparation“ steht über der Theke. No kidding. Ich warte. Und warte. Und warte. Mir ist heiß. Ich habe Hunger. Und ich würde mich gerne setzen. Aber der Laden ist rappelvoll, keine Chance. Denke ich – bis ein sehr bunt gekleideter Herr meine Gedanken – oder meinen leidenden Gesichtsausdruck – liest. «Wanna sit down?» fragt er mich und rückt ein Stück zur Seite. I sure do, thank you! Always expect that something wonderful is about to happen. So komme ich nicht nur zu meiner wonderful «Healthy Plate of Food» sondern auch noch zu Steve, dem surfenden Künstler aus New York City.

Steve ist funny und really good company. «I can show you some great surf spots and take you back to your car if you want» bietet er mir nach dem Essen an. Echt jetzt? «Awesome, let’s go!» Ups, fahre ich jetzt echt mit einem fremden Kerl, den ich erst vor ein paar Minuten beim Lunch kennengelernt habe, weiß der Geier wohin… frage ich mich noch, während ich schon längst im Auto sitze; neben Steve und unter seinem Surfboard. Steve kennt die Insel – und ihre  Strände und surf spots – wie seine Westentasche.

Drei Stunden fahren wir von einem world’s most famous surf spot (and surfer) zum nächsten. Danke Steve that was amazing! »So you wanna meet famous George now?«, fragt er mich auf dem Rückweg. Hm, noch mehr famous stuff in one day… let’s see. Mit dem fremden Mann zu einem noch fremderen Mann nach Hause fahren… «Sure!» Wenn das meine Mama wüsste… Tut sie zum Glück nicht – bis jetzt zumindest. Fünf Minuten später stehe ich in besagtem Haus. «Famous George» begrüßt mich herzlich mit »I used to hate TV until I had my own TV show». Vor dem TV sitzend. Wer hätte gedacht, dass Steve das «famous» in «famous George» tatsächlich irgendwie ernst meint…

Back to Haleiwa for sunset – leider fällt genau der heute aus, es ist wolkig. Dem Tag ist das egal, er verabschiedet sich auch ohne Bilderbuch-Sonnenuntergang langsam aus dem Paradies – und ich mich von Steve. Danke «Health Food Stores» of Hawaii – für diesen und alle folgenden fun days, special moments und special people I met in and around you – es sollten noch einige werden!

Gesund essen kann auf Hawaii schon kostspielig sein – muss es aber nicht. Lebensmittel sind generell teuer, ob gesund oder nicht. Kein Wunder, alles was nicht auf den Inseln wächst wird importiert, das hat seinen Preis. Und der ist im Paradies ausgerechnet für  Äpfel extrem hoch… Dabei gibt es hier gar keine Schlangen – man geht wohl trotzdem lieber auf Nummer sicher 🙂

Wie so oft gibt es the best things in life aber auch hier for free. Tanzen unterm Vollmond von Kauai, Sunrise at Sunset beach – whale watching inklusive, das private Ukulele Konzert am Strand und und und … Um nichts in der Welt möchte ich sie missen, die spontanen Picknicks, die unbezahlbaren Erlebnisse und Begegnungen, die ich in keinem veganen Restaurant der Welt gehabt hätte.

Meine schönsten Erinnerungen der letzten Wochen gehören nicht teuren Restaurants, sondern wertvollen Momenten mit wertvollen Menschen. Gemeinsam haben wir gelacht, getanzt, gesungen und gegessen. Shared the love, shared the food and shared the aloha!

P.S. In der Juni-Ausgabe des Welt Vegan Magazins gibt es zwei Doppelseiten
Vegan Ventures Hawaii
von und mit mir.

*(Hawaiianische Spezialität aus rohem Fisch)

Elena - the goose warrior

The Day I ran from the Goose

Irgendwo im Nirgendwo.
Somewhere over the dry Arizona hills.

„Can you do me a little favor?“,
fragt meine Freundin, die ich gerade besuche.
„Sure thing“,
antworte ich ganz unbedarft.
„Could you feed the geese for me?“
Gänse füttern? Na klar.
„They get some of the dry geese feed
that’s out there in the metal container.
Just get a scoop
 and put it in the glass bowl over by their shed.“
Easy peasy, ist ja schnell gemacht.
„Ok, got it, no problem.“
„Just take off the lid to shield yourself.“
What???
Ich gehe doch nur Gänse füttern und nicht zu Ritterspielen.

Sie scherzt bestimmt – denke ich.
Sie scherzt nicht – merke ich.

Sogar sehr schnell, als der Gänserich auf einmal
wutentbrannt auf mich zustürmt.
Der scherzt erst recht nicht!
Zielstrebig rennt er auf mich zu – ich zielstrebig davon –
mit der Schaufel Trockenfutter in der Hand.
Oje, der meint es ernst…
Da hilft nur eins:
Ein gekonnter Sprung über die Heuballen,
um mich in Sicherheit zu bringen.

Puh, das war knapp.
Wer kann denn auch ahnen, dass Gänse so aggro
und noch dazu so schnell sind?

Offensichtlich meine Freundin,
die sich vor Lachen auf der Veranda kugelt.
„Haha, I told you so, just shield yourself with the lid.
He’s gonna peck at it and then run off to tell his girlfriends about it.“
No kidding. Lesson learned.
Said and done!

Mit dem Schutzdeckel bewaffnet wage ich mich wieder
in die Höhle der Gänse.
Elena – the fearless goose warrior.
Naja, fast.

Ok…here we go again. Er rennt – ich nicht.
Dieses Mal bin ich vorbereitet!
Der Gänserich auch.

To cut a long story short:
Both of us survived – mit Gänsehaut 🙂

Elena - The Goose Warrior

Elena – The Goose Warrior

Always trust…

that something wonderful is about to happen.

Einer meiner Lieblingssprüche.
Wie sehr vertraue ich wirklich?
Bis zuletzt versuche ich meinen Glauben und meine Hoffnung aufrecht zu halten.
Ein echter Test – in mein Vertrauen und in das Leben.
The good news is: we both passed!

Hätte ich allerdings auch nur ansatzweise geahnt, in welche selbstgemachte Bredouille ich mich mit meinem leichtfertigen Visumsantrag begebe, hätte ich ihn wohl nie gestellt. Aber ich hatte keine Ahnung und manchmal ist genau das das Beste, was einem passieren kann.

Bis zur letzten Sekunde steht in den Sternen, ob Flight US701 mit oder ohne Elena & Anasha in Richtung Philadelphia startet. In zwei Stunden ist Abflug.
Bis zur letzten Sekunde bangen, zittern und WARTEN. Nicht auf das Christkind – nein, warten auf den Postboten! Der hat nämlich meinen Reisepass samt US-Visum in seinem Wagen – so hoffe ich zumindest und meine Mama auch!

Immer und immer wieder sage ich mir: Wenn ich in diesem Flugzeug sitzen soll und nach Hawaii fliegen soll, wird es auch klappen. Wie auch immer – if it’s meant to be the entire universe conspires to make it happen. Mein Pass und mein Visum sind zur rechten Zeit am rechten Ort. The rest is up to you Universum. Oh Gott, aber bitte lass die rechte Zeit JETZT und der rechte Ort HIER sein. Naja, echtes Vertrauen ist wohl anders – but I do the best I can with what I have where I am… Taking last minute travel to a whole new level.

9h:
Autochen steht vor der Tür.
Und ich.
Und meine Mama.

 9:15h:
Wir stehen.
Und warten.
Und gucken.

9:30h:
Wir warten noch immer.
Und gucken.
Dem Postauto ist das egal.
Es lässt weiter auf sich warten.

9:40h:
Langsam wird es knapp.

9:55h:
FUCK!
Jetzt IST es knapp.

10:00h:
FUCK FUCK FUCK
Jetzt hilt nur noch ein Wunder.

10:04h:
Das gelbe Wunder biegt um die Ecke.
Und bleibt genau dort stehen.
No way!
Das kann nicht wahr sein.
Ich renne los.

»Hallo!!! Sie haben meinen Reisepass,
ich muss zum Flughafen, der Flieger geht um 12h»,
rufe ich dem Postboten keuchend aus ein paar Metern Entfernung zu.

»Ja, das kann schon sein. Moment mal, ich mache hier erst mal noch den Kunden fertig.« Er ist die Ruhe selbst und trägt ein Paket nach dem anderen ins Haus. Taking #Schneckenpost to a whole new level. Ich bin nicht sicher, ob er versteht wie knapp mein Zeitplan ist.

Wahrscheinlich nicht – wie denn auch. Egal, innerhalb seiner Verhältnisse ist der etwas rundliche Postbote sehr hilfsbereit, sucht endlich im Wagen nach meinem Einschreiben. Und… findet es auch! Pass und Visum sind bei mir! Mit dem guten Stück in der Hand will ich sofort los sprinten. »Moment mal, Sie müssen noch unterschreiben.« Oh verdammt, auch das noch. Ok ich unterschreibe und dann heißt es RUN ELENA RUN zurück nach Hause, dort sitzt meine Mama schon abfahrbereit im Auto und wartet… dieses Mal auf auf mich.

10:08h.
FUCK!
Das ist echt verdammt knapp, aber wir können es noch schaffen.
Ohne Verkehr dauert es normal eine Stunde bis zum Flughafen. An diesem Morgen nobody seems to be in a rush. Ich theoretisch auch nicht, if I didn’t have a flight to catch und zwar in 52 Minuten 100km entfernt. But I do so lege ich Verkehrsregeln und Geschwindigkeitsbegrenzungen an diesem Morgen recht flexibel aus.

10:15h:
Wir stehen immer noch auf der Rheinbrücke…
Oh verdammt, das wird so knapp.
»Wenn’s hart auf hart kommt fliege ich einfach ohne Gepäck! Auf Hawaii brauche ich eh nicht viel, das Wichitgste ist im Handgepäck.« »Ist das dein Ernst?« »Mein voller Ernst! Ich checke einfach unterwegs online ein, wenn ich rechtzeitig bin zum Gepäck aufgeben gut, wenn nicht, auch gut, dann ist das so.« Den darauffolgenden Griff zum Handy bei voller Fahrt findet meine Mama nicht ganz so lustig. »Lass mich fahren, dann kannst du einchecken.« Hm, macht in der Theorie Sinn, aber wir haben es eilig. Ich ignoriere den Vorschlag erst mal.
Mama lässt nicht locker, besteht darauf heile in Frankfurt anzukommen. Nachvollziehbar.

10:21h:
»Da kannst du raus fahren. Fahr raus, ich fahre und du checkst ein.« Na gut, sie hat gewonnen, raus auf den Parkplatz. »Aber du schleichst jetzt hier nicht durch die Gegend!« Was ein unnötiger Kommentar, Mama trägt ihn mit Fassung. »Nein, ich schleiche nicht durch die Gegend.« Und das tut sie auch nicht. Danke Mama, I love you! Du bist die Beste! Du hast schon einiges mit mir zusammen erlebt und durchgestanden, v.a. mit sehr knappem Timing 🙂

10:27h:
Wir sind gerade mal kurz hinter Mannheim.
FUCK FUCK FUCK!
»Du kannst die Zeit anhalten. Das habe ich vorhin auch gemacht, bevor das Postauto kam.« Jetzt ist es offiziell, Mama ist wirklich die Beste. Dass ich da noch nicht selbst drauf gekommen bin! Also Energien fokussieren, Zeit bitte anhalten, bis ich rechtzeitig am Flughafen eingecheckt habe. »Aber denk daran sie später wieder normal laufen zu lassen.« Mache ich.

Mit 170km/h rasen wir über die Autobahn. Not too bad für mein kleines Auto. Great job Autochen. Solche Geschwindigkeiten ist es von mir nicht gewohnt, schneller als 130 darf es selten. Aber gut, dass ich Mama vorhin gesagt habe, sie soll bloß nicht durch die Gegend schleichen 🙂 Mit dem Handy in der Hand versuche ich vom Beifahrersitz online einzuchecken. Alles easy – über die Hälfte der Eingaben sind durch und dann – hängt sich mein Handy auf. You got to be kidding me!

10:31h:
Wir sind kurz vor Pfungstadt.
App neu starten und noch mal von vorne. Passnummer, issueing country, expiration date, phone number – die App läd sich schon wieder einen Wolf. Nein, bitte nicht wieder aufhängen… Puh, es geht weiter. Emergency contact, relationship to emergency contact, so nun noch kurz das Häkchen setzten, dass ich verstanden habe, dass ich keine Brenngase, Treibmittel oder Atomwaffen mit an Board nehmen darf und dann nur noch ein Klick und ich bin … nicht eingecheckt. WTF??? «Sorry, we can’t check you in online. In order to travel to the US you need to sign up for ESTA before. If you have a visa please check in at the ticket counter.» You got to be kidding me!

10:41h:
Die Zeit scheint wirklich langsamer zu laufen.
Danke Zeit!
I’m still in trouble timewise. Trotz Mamas Bleifuß sind wir immer noch knapp 40 km von #Frankfurt entfernt. Bis 11h muss ich entweder eingecheckt haben
oder meinen Flug storniert bzw. umgebucht haben.
Sonst ist er futsch und die gesammelten Meilen auch, mit denen ich ihn bezahlt habe. FUCK!
Mama ist erstaunlich ruhig, fährt uns sicher und zügig immer weiter dem Flughafen entgegen. Was mache ich nur? Flug verfallen lassen? Nein, das ist nun wirklich keine Option.

10:45h:
Kurz vor Darmstadt. Fuck es ist so knapp. »Ruf doch am Schalter an.« Super Idee! Wenn ich eine Nummer hätte. Die habe ich aber nicht. FUCK FUCK FUCK! Und jetzt? Hotline anrufen, noch vor 11h. Schauen, was ich für Optionen habe. Said and done. Es klingelt. »Alle deutschsprachigen Mitarbeiter sind gerade im Gespräch. Möchten Sie mit einem englischsprachigen Mitarbeiter verbunden werden, dann drücken Sie bitte die 1.» Klar, bring on the english speaking folks. Das ging gestern total fix! Kaum getutet hatte ich schon eine freundliche Dame am Apparat. Das war gestern. Heute sieht es anders aus.
Ich warte. Und warte. Und warte. Den englischsprachigen Mitarbeitern ist das egal.
Trotz der widrigen Umständer der letzten Wochen sehe ich mich vor meinem geistigen Auge die ganze Zeit im Flieger sitzen, und zwar genau heute. Aber mit jeder Minute, die verstreicht, sehe ich die Chancen darauf etwas mehr schwinden.

10:57h:
Ich hänge immer noch in der Warteschleife.
Wir biegen auf die Spur zu Terminal 2 ab.
»Es geht keiner ran.«
»Dann bleibt dir jetzt nur noch zu hoffen und zu vertrauen, dass du noch rechtzeitig an den Schalter kommst.«
Und wieder einmal hat meine Mama Recht. Ich lege auf. Und vertraue.

Warum zum Teufel braucht es im Kurzparkbereich eine Schranke? Jede Minute ist kostbar… der Schranke ist das egal, sie hebt und senkt sich in ihrem eigenen Tempo. Freie Fahrt – endlich.
Terminal 2 ist klar, aber wo ist US Airways? Keine Ahnung, ich habe noch kein Schild entdeckt und wir sind schon fast am Ende. FUCK! »Willst du hier nicht trotzdem raus?«

10:59h:
»Ja, halt an!«
Reisepass und Handtasche habe ich schon, schnell zum Kofferraum und dann ab zum Schalter. Denkste. Der Kofferraum lässt sich nicht öffnen. Und der Autoschlüssel steckt im Schloss fest. Oh you gotta be kidding me! Das darf doch alles nicht wahr sein. Ok, Schlüssel befreit, Koffer in der Hand, Rucksack auf dem Rücken, Mama »tschüss« zurufen und dann heißt es wieder RUN ELENA RUN zum US Airways Schalter, der zum Glück ganz in der Nähe ist.

Hinterm US Airways Schalter sitzen 4 Damen, Passagiere sind weit und breit nicht zu sehen. »Oh Gott, kann ich noch mit?« »Nach Philadelphia?« »Ja! Oh Gott, bitte bitte bitte.«
To cut a long story short: Ich kann und halte 3 Minuten später alle Bordkarten bis Honolulu in der Hand. I LOVE YOU US Airways Erdenengel und würde euch am liebsten knutschen!

11:03h:
Mama wartet noch vorm Terminal, falls ich es doch nicht mehr geschafft hätte. Aber das habe ich und so laufe ich mit den Tickets in der Hand und einem riesen Grinsen im Gesicht auf sie zu; muss sie einfach noch mal drücken und richtig tschüss sagen. Danke Mama für alles, ohne dich hätte ich es nicht geschafft! Ich liebe dich!
Noch mal fest drücken, dann ist es Zeit zum Gate zu gehen.

12:00h
Aloha Mama, aloha Germany!
Until we meet again – ich freue mich drauf!

Next stop Hawaii?

Der Flug ist gebucht, am 17. März geht’s los….wusste ich bis vor einigen Tagen sicher.

In der Zwischenzeit habe mir selbst ein Bein gestellt, dachte mal wieder mehr zu brauchen, als ich bereits habe. In diesem Fall einen längeren USA-Aufenthalt als 90 Tage, den mir das Visa Waver Program eigentlich problemlos als Deutsche gewährt. Eigentlich.

Hin- und Rückflug sind bereits gebucht – innerhalb der 90 Tage-Grenze. Vor zwei Wochen erhalte ich neue Informationen, die mich glauben lassen, 90 Tage reichen mir nicht. So stelle ich unbedacht einen Antrag für ein verlängertes Visum. Tragisch und komisch zugleich: Genau das eine Dokument, von dem ich denke, dass es meinen Antrag unterstützend, bewirkt genau das Gegenteil.

Ok, ich gebe zu ich habe schon mal souveräner gewirkt, als an jenem Tag im Konsulat. Warum auch immer bin ich nicht ich selbst, als ich vor dem Beamten sitze, stehe völlig neben mir. Insofern kann ich dem Beamten nicht mal verübeln, dass ihn meine Erklärungen nicht ganz überzeugen. Auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, auch gar nicht richtig dazu zu komme, mich und meine Situation zu erklären. Ich stammle wirres Zeug. Was ist nur los mit mir? Das bin doch nicht ich?

Eine unzusammenhängende Frage folgt auf die nächste, Antwort werden teils von neuen Frage unterbrochen. Ich bin total verunsichert, fühle mich als wolle ich mich einschleichen und strahle daher natürlich auch genau das aus. Ergebnis: Visum abgelehnt. “I think your only reason for this trip is to make money” lautet die Begründung. WHAT??? Hat er das eben wirklich gesagt? Wie um alles in der Welt kommt er denn darauf? Nichts, aber auch gar nichts liegt mir fernen. Einen einzigen Workshop will ich bei einer Bekannten geben, sonst reisen, ausspannen, ein Seminar und Freunde besuchen, mich erholen, Energie tanken für das was mich nach der Rückkehr erwartet. Aber auch der letzte meiner Erklärungsversuche lässt ihn unbeeindruckt. “I’m still not convinced. You’re welcome to reapply any time but I recommend you don’t unless your situation changes.” Herzlichen Dank auch.

Ich kann es gar nicht glauben, bin total perplex. Wow, mir wurde tatsächlich zum ersten Mal die Einreise in ein Land verwehrt. Krasses Gefühl, aber gerade habe ich keine Zeit und Nerven mir weitere Gedanken darüber zu machen. Heute Abend ist meine erste offizielle Lesung und ich habe noch 1.000 Dinge zu erledigen. Wird wohl für irgendwas gut sein, auch wenn ich das Geschenk in der Ablehnung noch nicht sehen kann. Zu diesem Zeitpunkt glaube ich noch, dass mir der 90 Tage-Aufenthalt trotzdem sicher ist.

Ein Irrglaube, wie ich heute weiß. Im ESTA-Antrag beantworte ich die Frage “Wurde Ihnen schon mal ein Visum verwehrt” natürlich wahrheitsgetreu mit JA. Lügen ist an dieser Stelle keine Option. Als beim Anklicken von JA direkt ein neues Fenster aufpoppt: “Sind Sie sicher, dass Sie diese Frage mit JA beantworten möchten? Vielleicht wollen Sie zuvor die Hilfe Sektion lesen” wird mir schlagartig klar: FUCK! So sicher wie ich dachte sind mir die 90 Tage wohl doch nicht. Ich zögere mit dem Absenden. Soll ich einfach direkt einen neuen Visumantrag stellen? Werde ich hier direkt rausgefiltert? Nach einigen Überlegungen entscheide ich schließlich: Ich versuche es einfach. Ergebnis: Abgelehnt – once again. Na bravo Elena, du wolltest mehr und hast jetzt letztlich gar nichts. Herzlichen Glückwunsch, schönes Eigentor!

Und nun? Selbst wenn ich jetzt einen erneuten Visums-Antrag stelle und dieser tatsächlich bewilligt wird ist fraglich, ob das alles noch vorm 17.3. klappt. What to do? Ich habe keine Ahnung.

Was mich allerdings wundert: Ich bin überraschend gefasst. Wie kommt’s? Mein Trip ins Paradies steht auf der Kippe, aber ich nehme es relativ gelassen zur Kenntnis. Früher hätte ich bereits den 3. neue Visums-Antrag gestellt oder nach sonstigen Alternativen gesucht. Ich wäre mit dem Kopf durch die Wand.
Heute ist es anders. Anstatt mit dem Kopf durch die Wand zu gehen schaue ich, was mir die Situation zeigt.
Ich weiß noch nicht, ob ich einen neunen Antrag stelle. Ja, ich will zurück nach Hawaii, das steht fest. Aber ist denn momentan wirklich der richtige Zeitpunkt für diese Reise oder ist doch erst noch etwas anderes dran? Oder werde ich etwa auf die Probe gestellt, getestet um zu schauen wie sehr ich diese Reise tatsächlich will? Eine Antwort habe ich noch nicht, aber ich nehme die Fragen zur Kenntnis.

Oh who am I kidding. Hand aufs Herz Elena, eigentlich weißt du genau welche Lektionen du hier zu lernen hast. Du hast mal wieder deinem Ego mehr Aufmerksamkeit und Vertrauen geschenkt als deiner Intuition. Das Timing war richtig – dein Timing war richtig, bis du versucht hast es anderen anzupassen. Der Hawaii Flug fiel dir vor die Füße – für €156 – die Daten waren perfekt. Bis du erfahren hast, dass jemand, den du gerne unterwegs treffen würdest, wohl ein anderes Timing hat. Und schon fängst du an deines anzuzweifeln, willst es passend machen, alles unter einen Hut kriegen. Aber manche Dinge lassen sich nicht unter einen Hut kriegen. Vertrauen ist Vertrauen – bedingungslos, unabhängig von äußeren Einflüssen.

Dein Jahr startet mit einer schamanischen Geistbootreise durch 2015. Du siehst dich von Mitte März bis Anfang Juni auf Hawaii – dann ruft Deutschland, dein Buch möchte vorgestellt werden, Band zwei wartet auf die Veröffentlichung. Es gibt viel zu tun. Ganz deutlich siehst du dich dort mit besagter Person. Und tief in dir weißt du: Ja, genau so wird es sein und genauso ist es richtig. Aber anstatt den Dingen ihren Lauf zu lassen, versucht du sie zu kontrollieren. Kaum hörst du vom Timing des anderen – was dein Ego vermuten lässt das vorausgesehene Treffen könnte nicht stattfinden – fängst du an zu zweifeln, dich und deine Intuition anzuzweifeln. Das ist kein Vertrauen. Nein, das ist egobasierter Kontrollwahn. Natürlich musste das schief gehen.

You’re supposed to be in Hawaii March 17. Laut deinem Timing. Alles andere wird sich fügen. Now move your ass, setze die Hebel in Bewegung, die du in Bewegung setzen kannst, und vertraue darauf, dass du zur rechten Zeit am rechten Ort sein wirst. If something is meant to be the entire universe conspires to make it happen… Message received, lesson learned – Zeit zur Korrektur!

ANASHA - Die Reise beginnt